Fellesforbundet avdeling 53 Nordre-Nordland og Sør-Troms

Endre avdeling

Wichtige Informationen!

Leider laufen Sie als ausländischer Arbeitnehmer Gefahr, dass der Arbeitgeber versucht, Sie zu betrügen. Der Fellesforbundet hat mehrere tausend ausländische Mitglieder dabei unterstützt, Löhne einzufordern, die ihnen nicht ausbezahlt worden waren, Schadensersatzforderungen durchzusetzen und auch bei Steuerfragen Unterstützung geboten.

Wir haben viel Erfahrung mit den Problemen, mit denen Sie mit größter Wahrscheinlichkeit konfrontiert werden. Im Menü links finden Sie Antworten auf eine Reihe Fragen, u. A., welche Rechte Sie haben, wenn Sie in einem Personaldienstleistungsunternehmen arbeiten, wenn Sie als Ein-Mann-Unternehmen registriert sind, zu Steuer- und anderen Fragen.


Wir haben mit vielen ausländischen Arbeitern gesprochen, die der Meinung sind, dass Norwegen ein sehr geordnetes und ordentliches Land ist, in dem die Behörden sich der Fälle annehmen, in denen die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht anständig behandeln. Das entspricht leider nicht den Tatsachen. Sie sind in erheblichem Umfang dafür verantwortlich, für schriftliche Belege der bezahlten Steuer zu sorgen und müssen über Kopien des Arbeitsvertrags, der Arbeitsstundenlisten und Lohnzettel verfügen. Nicht zuletzt sollten Sie Mitglied einer Gewerkschaft sein. Es kann Sie teuer zu stehen kommen, darauf zu verzichten!

 

Habe ich Anspruch auf den gleichen Lohn wie die Angestellten in der Firma, der ich entliehen werde?

 

Als Leiharbeiter haben Sie Anspruch auf die gleichen Lohn- und Gehaltsbedingungen wie die Angestellten des Entleihers. Das betrifft den Lohn, die Deckung der Ausgaben, Länge und Einrichtung der Arbeitszeit, Pausen und Ruhezeiten, Überstunden, Nachtarbeit, Urlaub und Urlaubsgeld, freie Tage und Vergütung an freien Tagen und Zugang zu gemeinsamen Gütern und Dienstleistungen im entleihenden Betrieb.


Wenn es keine Lohnvereinbarung im entleihenden Betrieb gibt, ist der Ausgangspunkt der faktische Lohn der Angestellten im entleihenden Betrieb für entsprechende oder vergleichbare Arbeit. Gibt es keine Angestellten, die entsprechende oder vergleichbare Arbeiten erledigen, gilt der Tarifvertrag für entsprechende Arbeit im Bereich als Ausgangspunkt.

Sollten Sie in einem Personaldienstleistungsunternehmen ohne Arbeitnehmervertreter arbeiten, sollten Sie mit dem Arbeitnehmervertreter des entleihenden Betriebs Kontakt aufnehmen, um sicherzustellen, dass Sie bekommen, worauf Sie einen Anspruch haben. Bei Zweifeln über die geeignete Vorgehensweise sollten Sie sich an die Gewerkschaft wenden!


Ab dem 1. Juli 2013 haften Betriebe, die Arbeitskraft über ein Personaldienstleistungsunternehmen beschäftigen, gesamtschuldnerisch dafür, dass die entliehenen Arbeitskräfte laut Gleichstellungsanforderung den Lohn bekommen, auf den sie einen Anspruch haben. Die gesamtschuldnerische Haftung beinhaltet die Zahlung von Lohn, Urlaubsgeld und ggf. weiteren Vergütungen entsprechend der Anforderung auf Gleichbehandlung, d.h. alle Entschädigungen für die Arbeit und alle Kostenerstattungen, ganz gleich, ob es sich um Lohn, Zuschläge, Deckung der Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Reise oder andere Belange handelt. Das trifft auch auf das Urlaubsgeld des in der Entleihungszeit erarbeiteten Lohns zu. Wenn entliehen Arbeitnehmer von dem Personaldienstleistungsunternehmen nicht den Lohn erhalten, auf den sie Anspruch haben, können sie ihre Forderungen unter Umgehung des Arbeitgebers direkt an den Entleiher stellen.

Was muss ich tun, wenn ich mich am Arbeitsplatz verletze, habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Ausländische Arbeitnehmer sind leider häufiger von schweren Unfällen betroffen. Die Erfahrung zeigt, dass Sie häufig den Beistand eines Anwalts benötigen, um den Schadensersatz zu erhalten, auf den Sie Anspruch haben. Wenn Sie Mitglied einer Gewerkschaft sind, haben Sie bei Unfällen Anspruch auf kostenlosen Rechtsbeistand.

Wie kann ich Lohn und Urlaubsgeld einfordern, wenn der Arbeitgeber nicht zahlt?

Glauben Sie keinen Versprechungen, dass der Lohn in der kommenden Woche ausbezahlt wird! Wenn Ihr Lohn nicht wie vereinbart ausbezahlt wird, sollten Sie mit Ihrer Gewerkschaft Kontakt aufnehmen. Es gilt, gewisse Fristen einzuhalten, damit die Forderungen nicht verjähren. Wenn der Ihnen zustehende Lohn nicht ausbezahlt wird, müssen Sie diesen schriftlich in einem Einschreiben bei dem Arbeitgeber einfordern.

Wenn der Arbeitgeber nicht bezahlen kann oder will, kann es erforderlich sein, ein Verfahren gegen den Arbeitgeber einzuleiten und dessen Konkurs zu verlangen. Das ist zeitaufwändig. Häufig ist die Konkursandrohung jedoch ausreichend, um eine Verhandlungslösung zu erreichen. Bei der Eintreibung derartiger Lohnforderungen werden Sie häufig die Unterstützung einer Gewerkschaft oder eines Rechtsanwalts benötigen.

Welche Unterlagen benötige ich, um den Lohn beim Arbeitgeber einzufordern?

Sie müssen

  • über einen schriftlichen Arbeitsvertrag verfügen, aus dem hervor geht, für wen Sie arbeiten, für welchen Lohn sie arbeiten und ab welchem Datum Sie arbeiten
  • über Lohnzettel verfügen
  • über eine Kopie bestätigter Arbeitsstundenlisten verfügen.


Ohne diese Elemente kann es schwer sein, den Lohn einzufordern, auf den Sie Anspruch haben.


Die Schiedsgerichte oder Gerichte können unterschiedlich streng bzgl. der Unterlagen sein. Nur, wenn Sie über einen Arbeitsvertrag/Anstellungsvertrag und bestätigte Arbeitsstundenlisten verfügen, können Sie ganz sicher sein, Ihre Lohnforderungen durchzusetzen.


Wenn Sie aus einem beliebigen Grund keine Arbeitsstundenlisten von Ihrem Arbeitgeber bekommen, müssen Sie zumindest dafür sorgen, diese in einem eigenen Kalender zu führen. Sie sollten sich dessen jedoch bewusst sein, dass diese Unterlagen abgelehnt werden können.

Kann ich meinen Lohn und mein Urlaubsgeld bei dem Auftraggeber meines Arbeitgebers einklagen, wenn mein Arbeitgeber nicht zahlt („gesamtschuldnerische Haftung“)?

In Norwegen verfügen wir über eine sog. gesamtschuldnerische Haftung (joint and several liability for the main contractor). Das bedeutet, dass Sie den Lohn bei dem Auftraggeber Ihres Arbeitgebers und bei dem Hauptunternehmer einfordern können, ohne Ihre Forderungen zunächst an den Arbeitgeber gerichtet zu haben.

Wenn der Arbeitgeber Ihnen nicht den Lohn auszahlt, auf den Sie Anspruch haben, können Sie diesen beim Auftraggeber oder bei dem Hauptunternehmer einfordern. Sie können nur den Lohn für die vergangenen drei Monate einfordern. Sollten Sie warten, verjährt Ihr Anspruch – schenken Sie Versprechungen, dass der „Lohn in der kommenden Woche ausbezahlt wird” keinen Glauben!

Was passiert, wenn ich schwarzarbeite?

Einige Arbeitgeber fordern, dass Sie schwarzarbeiten. Das ist aus mindestens drei Gründen keine gute Idee:

  • Sie sammeln dabei keine Rentenpunkte, Anrechte auf Arbeitslosengeld, Urlaubsgeld usw.
  • Wenn Ihr Lohn nicht, wie vereinbart, ausbezahlt wird, ist es schwierig, ihn beizutreiben.
  • Sie laufen u. U. Gefahr, die Steuer doppelt zu zahlen und erhalten zusätzlich einen Strafbescheid wegen Steuerhinterziehung.


Denken Sie auch daran, dass der Bau der Kindergärten und Schulen, Altersheime und Krankenhäuser, Straßen und Eisenbahnlinien und unsere Kranken- und Arbeitslosenversicherungen aus Steuergeldern finanziert werden.

Worauf muss ich bei einer Registrierung als Ein-Mann-Firma achten?

Einige Arbeitgeber fordern, dass Sie sich als Ein-Mann-Firma/selbständiger Gewerbetreibender registrieren. Das ist gar keine gute Idee. Es besteht eine ganz erhebliche Gefahr, dass Sie Schwierigkeiten mit dem Finanzamt bekommen und Sie verlieren wichtige Rechte, die Ihnen als Arbeitnehmer zustehen:

  • Recht auf Urlaubsgeld
  • Recht auf bezahlte Überstunden
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Außerdem sind Sie im Falle eines Unfalls am Arbeitsplatz nicht versichert und können bei Schäden an Material und Ausstattung haftbar gemacht werden.

Wie viel darf man arbeiten und ab wann hat man Anspruch auf bezahlte Überstunden?

Wenn Sie und der Arbeitgeber ein Abbummeln der Überstunden wünschen, muss dies schriftlich vereinbart werden. Sie können pro Woche bis zu 48 Stunden und bis zu 9 Stunden pro Tag arbeiten. Darüber hinaus gehende Arbeitsstunden sind Überstunden. In Betrieben mit Tarifvertrag können Sie bis zu 55 Stunden wöchentliche Arbeitszeit vereinbaren.

Sollten Sie keine gesetzmäßige Arbeitszeitvereinbarung haben, muss jede Arbeit über 40 Wochenstunden und 9 Stunden pro Tag mit einem Überstundenzuschlag von mindestens 40 % vergütet werden.


Der Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit arbeiten. Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind nur in ganz besonderen Fällen zulässig.

Kann der Arbeitgeber mir Lohn abziehen?

Wenn keine diesbezügliche schriftliche Vereinbarung mit Ihnen vorliegt, kann der Arbeitgeber keine Abzüge vom Lohn oder Urlaubsgeld einbehalten. Sollten Sie Ihr Arbeitsverhältnis mit einer Firma vor Ablauf der Kündigungsfrist beenden, kann der Arbeitgeber entsprechende, dadurch verursachte Ausgaben von Ihrem Lohn einbehalten.

Wie zahlt man in Norwegen die Steuer?

Ihr Arbeitgeber muss die Steuer von Ihrem Lohn abziehen. Er muss Ihnen Ihren Lohnzettel aushändigen, aus dem hervorgeht, dass die Steuer abgezogen wurde. Ohne diesen Lohnzettel haben Sie keinen Beweis für die abgeführte Steuer.
Auch wenn Ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, Ihren Lohn an die Behörden zu melden, sind Sie selbst verpflichtet, diese Angaben in Ihrer Steuererklärung zu machen. Eine diesbezügliche Unterlassung kann Ihnen teuer zu stehen kommen.'

Uns liegen viele Beispiele von Arbeitgebern vor, die die Steuer nicht wie gesetzlich vorgesehen abgeführt, sondern sie in die eigene Tasche gesteckt haben. Die entsprechende Strafe müssen Sie jedoch zahlen.

Die norwegischen Steuerbehörden arbeiten mit anderen Ländern zusammen, um derartige Forderungen einzutreiben. Somit hilft es nicht, in Ihr Heimatland zurückzukehren. Sie sind selbst dafür verantwortlich, die entsprechenden Unterlagen vom Arbeitgeber beizutreiben. Diese Verantwortung sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen – sorgen Sie dafür, dass Ihre Papiere in Ordnung sind.


Sie sollten auch bedenken, dass Sie in Ihrer Steuererklärung auch Anspruch auf eine Reihe von Abzügen haben, u. A. können Sie Ihre Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft geltend machen. Das Finanzamt oder die Gewerkschaft verfügen über weitere diesbezügliche Informationen.

Was muss ich tun, wenn mir gekündigt wird?

Ihnen kann nur aus sachlichen Gründen gekündigt werden und es muss eine schriftliche Begründung vorliegen. Außerdem muss die Kündigung sehr rechtzeitig erfolgen.

In der Probezeit (in den ersten sechs Monaten) werden Sie 14 Tage vor Ende des Arbeitsverhältnisses informiert. Nach Ablauf der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist einen Kalendermonat.

Der Arbeitgeber muss die Kündigung mit Ihnen besprechen und Sie haben Anspruch auf Begleitung durch einen Arbeitnehmervertreter aus der Gewerkschaft.
Ein Arbeitgeber kann einem Angestellten mit sofortiger Wirkung kündigen. Das ist aber nur bei sehr schwerem Vertrauensbruch seitens des Angestellten möglich.